Es ist ja wirklich nicht einfach heut zu tage noch gute Werbung zu machen. Wer die Spots von LC1 kennt oder die wahnsinnig authentischen Strassenumfragen in den Putzmittelwerbungen der weiss: Nein, das ist es wirklich nicht. Wie man es richtig machen könnte, das zeigte eine Werbekampagne aus der Schweiz. Von 1999 bis 2005 bewarb die Schweizer Uhrenfirma IWC ihre Produkte mit viel Witz und Ironie, so dass es in Zeiten teilweise katastrophaler Werbung umso mehr Spass macht ein wenig zurückzuschauen:
Die Idee der IWC ist einfach: Eine IWC ist eine Männeruhr. Richtige Männer haben demnach eine IWC zu tragen. Auf diese Grundmessage liessen die IWC zahlreiche Plakate mit herrlichen Sprüchen folgen, hier einige Beispiele:
Herrlich! Wir alle leben aber schon zu lange in der Schweiz um zu wissen, dass eine solche Kampagne nicht ohne Aufschrei der Bevölkerung über die Bühne gehen kann. Natürlich haben sich zahlreiche Feministinnen lautstark beklagt. Von "political correctness" die missachtet wurde usw. war die Rede. Schlussendlich landete die Kampagne vor der Lauterkeitskommission der Schweiz.
Die Lauterkeitskommission ist eine Art Selbstkontrolle, unter anderem auch der Werbebranche. Jeder der einen Zeitungsbericht, eine Fernsehwerbung, ein Radiointerview usw. irgendwie problematisch findet, der kann sich bei der Lauterkeitskommission beschweren.
Eine Frau hat Beschwerde eingelegt, die Kampagne sei geschlechterdiskriminierend. Die Lauterkeitskommission entschied dann aber zugunsten der IWC. Die Kampagne sei offensichtlich ironisch und die Mehrheit der Bevölkerung würde diese auch so auffassen. Weiter seien die Sprüche eher männerfreundlich als frauenfeindlich.
Noch besser als die Tatsache, dass solche Art Werbung in der ewig kritisierenden Schweiz möglich ist, ist die Reaktion der IWC auf dieses "Urteil":
Und so endete 2005 eine wunderbare Werbekampagne die so schnell niemand vergisst. Weder die Männer, noch die Frauen. Zum Schluss nochmals ein kleines Müsterchen, welches, meiner Meinung nach, das Beste Plakat der Kampagne darstellt. Um das Ganze auf den Punkt zu bringen hätte man nämlich einfach dieses Plakat nehmen können:





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